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26. August 2016 - Indien

Über 5 Monate war ich nun in Indien. Ein paar Wochen noch bis zum Ablauf meines Visums.

Es gibt noch einen Traumort den ich unbedingt besuchen will. Ich bin jedoch noch gut 2.000km davon entfernt, mit dem Fahrrad in dieser kurzen Zeit nicht mehr zu schaffen.  Was tun?  Im Zug mit Fahrrad nach Agra. Leider war es nicht möglich da keine Plätze mehr frei waren.  Ich fuhr nach Delhi wo ich eigentlich nie hin wollte . Eine chaotische Stadt.

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Von da ging es zum Taj Mahal in Agra...
 
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...und den anderen Sehenswürdigkeiten dort.

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Ein weiterer Traum von mir war erfüllt. Nun konnte ich entspannt zur nepalesischen Grenze fahren. Dort wartete ein unerwartete Überraschung auf mich. Mir wurde die Ausreise verweigert weil ich mein Visum um 54 Tage überzogen hatte. Ich hatte ein 6 Monatsvisum mit Multiple Entries was noch einige Tage gültig war. Was ich übersehen habe war; ganz klein geschrieben, gut versteckt neben dem Foto; der Hinweis das bei Einreise das Visum längstens 90 Tage gültig ist. Es wäre bei 6 Monaten eine Aus- und Einreise erforderlich gewesen. Der Grenzbeamte ist sehr freundlich. Er hatte einen dicken Ordner voll mit Ausreisepermits von Leuten denen das auch passiert war. Das ist ja schon mal beruhigend. Dann kam jedoch der Hammer. Die Genehmigung der Ausreise musste im Immigrations Office in Delhi eingeholt werden. Warum nicht an der Grenze? Eile ist angesagt. Freitag/Wochenende, mit dem Bus (12 Stunden) noch am Abend nach Delhi. Samstag die Genehmigung einholen und wieder abends mit dem Bus zurück. So weit so gut.

Samstag Morgen, das Immigrations Office ist zwar offen, jedoch kann heute wegen irgendwas keine Genehmigung erteilt werden. Erst wieder Montag möglich. Montag erhalte ich dann die Genehmigung und
darf noch 1.900 Indische Rupien Strafe bezahlen. Das ist ja noch human! Am Abend dann mit dem Bus zurück zur nepalesischen Grenze wo im Grenzhäuschen mein Fahrrad mit Gepäck auf mich wartet. Es war 5.00 Uhr morgens die Endstation des Buses war in Banbasa, was 4-5 km von der Grenze entfernt ist. Also tot müde und frohen Mutes ging es dann zu Fuß zur Grenze. Diese war noch geschlossen. Der Grenzbeamte kam gut eine Stunde später und ich durfte Indien verlassen.

Schnell über die Grenze !!!

27. Juli 2016 - Südindien

Seit über zwei Monaten lebe ich in Auroville einer spirituell ausgerichteten Gemeinschaft in Südindien.
Hier leben über 2.200 Menschen von fast 50 Nationen.

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Das Matrimandir im Zentrum ist die Seele von Auroville.  Für mich war dieser Ort sehr wertvoll, ein Ort der Stille, Bewusstheit und Konzentration.

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Die Möglichkeit jeden Tag meine Konzentration und Bewusstheit zu schulen habe ich fast immer genutzt. Ich möchte hier nicht tiefer eingehen mehr Information findet Ihr im Inernet unter www.auroville.org. Ich habe bei Ambre im Green Belt (Wald) auf Nilatangam in einer einfachen Hütte gelebt.

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Mit Aussendusche und Komposttoilette. Hier gibt es noch 2 Gästehäuser und 1 Capsule (Bambus/Palmen). Trinkwasser muss im Wasseraufbereitungsservice geholt werden. Dies ist in Indien Normalität für viele. Ein Hauptproblem in Indien.Die Landwirte müssen den Strom nicht bezahlen und lassen ihre Pumpen zur Bewässerung der Felder immer laufen. Damit sinkt der Grundwasserspiegel immer mehr wodurch die Brunnen kein Wasser mehr haben. Viele Bewohner können es sich nicht leisten die Brunnen tiefer zu graben. Sie haben kein Wasser mehr. Das Wasser muss an öffentlichen Stellen geholt werden oder wird mit Tankwagen angeliefert.
Nilatangam ist sehr naturverbunden gestaltet mit vielen Bäumen, Sträuchern und Pflanzen. Es gibt Pfauen, Streifenhörnchen, Skorpione, Schlangen, Fledermäuse usw.. Während ich auf Nilatangam war sind viele Früchte gereift Yak-, Chicku-, Baelfrucht, Papaya und Mangos. Bananen, Passionsfrüchte und Soursop gibt es immer frisch geerntet auf den Farmen oder der Strasse zu kaufen.

k RIMG1775 2Mit den Mitbewohnern auf Nilatangam ist von selbst eine kleine WG entstanden. Wir hatten viel Spass und Freude. Das Leben in Auroville ist westlich orientiert. Genossen habe ich die Bakery (deutsche Bäckerei) mit Kuchen wie bei Mutter/Oma und Brot wie es bei uns üblich ist. Das Angebot der Restaurants ist international. Eine schöne Abwechslung für meinen Magen und mich, beiden ist es gut bekommen.
In Auroville habe ich mir viele Gemeinschaften angesehen und viel über diese erfahren (mehr Info im Internet). Sehr viele nette und freundliche Menschen habe ich kennen gelernt und es kam zu schönen Begegnungen.

k IMG 2429Darunter auch eine Fahrradclique mit der ich früh morgens eine längere Ausfahrt machte. Auroville hat einen sehr guten Fahrradladen/ Werkstatt (Aurovelo) in der es westlich gute Ware gibt und einen guten Service. Hier habe ich mein Hinterrad neu Einspeichen lassen.
Einen Tag bevor ich Auroville verlassen wollte bekam ich in der Nacht eine Nierenkolik. Es blieb mir nichts anderes übrig als in ein indisches Krankenhaus zu gehen.In der Erstaufnahme wurde mir mit einem Schmerzmittel geholfen, was jedoch zuerst in der Krankenhausapotheke gekauft werden musste. Danach ging es zum Röntgen und Ultraschall was auch erst mal bezahlt werden musste. Gegen morgen wurde ich dann begleitet von einer Person auf eine Krankenstation gebracht, ein Saal mit 50 Betten. Es gibt Pfleger und Schwestern die jedoch nur für die medizinische Versorgung zuständig sind. Die Familie ist für den Kranken zuständig. Die Frauen schlafen auf Holzpritschen oder einfach auf dem Boden bei den Kranken auch werden viele mit Essen von der Familie versorgt weil sie sich das Krankenhausessen nicht leisten können.

k IMG 2801Das Bett zu nutzen kostet nicht viel und die Behandlung vom Arzt ist für Inder kostenlos sie müssen nur die Medikamente bezahlen. Zuerst war mir nicht so wohl mit so vielen Kranken in einem Saal. Später hatte ich mich daran gewöhnt und es war eine interessante Erfahrung die ich in den drei Tagen machte. Einige Tage blieb ich noch in Auroville um wieder zu Kräften zu kommen.Als es mir besser ging verabschiedete ich mich von lieb gewonnen Freunden auf Nilatagam und am anderen Tag ging es dann wieder auf die Straße. Die ersten Tage waren anstrengend ich hatte den ganzen Tag Gegenwind und stetig ging es leicht bergauf. Das zehrte an meinen Kräften die noch nicht voll da waren. Die wunderbare Landschaft und die himmlische Ruhe entschädigten mich.


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Berge, tief grüne Reisfelder und Palmplantagen. Schön wieder unterwegs zu sein. Meine ständigen Begleiter sind nun wilde Affen die überall sind. Bei einer Einladung zum Tee ließ ich mein Fahrrad bepackt vor der Tür stehen. Als ich raus kam waren Affen gerade dabei eine meiner Taschen zu durchstöbern. Sie hatten den Reisverschluss geöffnet und einige Sachen die nicht essbar waren lagen auf dem Boden. Tiefer in den Bergen leben wilde Elefanten und als ich erzählte das ich auch schon mal zelte wenn ich keine Lodge finde warnten mich die Leute vor wildlebenden Tigern in den abgeschiedenen Bergen.

03. Mai 2016 - Indien

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Vom Oman nach Indien habe ich keine Schiffspassage gefunden. Ich fliege von Muscat aus nach Trivandrum im Süden von Indien. Den gebuchten Flug verpasse ich da es Probleme mit dem Fahrrad gibt. Ich habe mich vorher erkundigt und lasse das Fahrrad wie gewünscht bei Cargo verpacken. Beim Einchecken passt es dann nicht senkrecht durch den Scanner.


Ich weigere mich zuerst und beschwere mich bei der Fluggesellschaft wo ich mich ja vorher erkundigt hatte was erforderlich ist. Alles hilft nichts ich muss das Fahrrad komplett auspacken das es überprüft werden kann. Dies und das wieder einpacken hinter der Kontrolle dauert zu lange und ich verpasse meinen Flug. Die Fluggesellschaft ist so kulant und bucht meinen Flug für den nächsten Tag um.
In Trivandrum am Morgen angekommen schlägt mir zuerst mal die schwüle, feuchte Hitze entgegen. Beim Auspacken und Herrichten des Fahrrades komme ich ganz schön ans Schwitzen. An Zuschauern mangelt es natürlich auch nicht. Da ich zwei Nächte nicht richtig geschlafen habe nutze ich die erst beste Gelegenheit am Strand unter Palmen zum schlafen. Gegen abend fahre ich dann bis Kovalam. Hier treffe ich in den nächsten Tagen meinen Freund Burkhard, der zur gleichen Zeit in Indien ist.

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Einige Tage verbringen wir zusammen in Kovalam, es war schön noch mal was über die Heimat zu erfahren und sich dabei erst mal an das Klima zu gewöhnen. Nun freue ich mich darauf Indien mit dem Fahrrad zu erkunden. Die Küste entlang geht es nach Kollam langsam lasse ich Indien auf mich einwirken.

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Am anderen Tag geht es mit dem Boot durch die Backwaters nach Alappuzha. Ein wundervoller Tag. Vorbei an Fischerdörfern, über große Süßwasserseen und Kanäle.

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Von hier gibt es ein weiteres Boot nach Kottayam. Ich nehme es nicht da ich mir den Rest der Backwaters gerne mit dem Fahrrad ansehen möchte. Über kleine teils schlechte Strassen geht es durch große Reisfelder und wo keine Brücken über die Kanäle sind mit Fähren weiter. Einige Strassen werden erneuert. Mit Picke und Schaufel werden tiefe Gräben ausgehoben um Leitungen zu verlegen. Grober Schotter wird mit Körben heran geschaft. Der Teer wird mit kleinen Öfen am Strassenrand erhitzt und dann mit kleinen Tuktuks mit Ladefläche zur Stelle gebracht.
An diesem Tag ist mein Geburtstag. Die Landschaft und die Ruhe sind ein tolles Geschenk für mich. Ich möchte in die Berge nachMunar und suche mir hier auch kleine Nebenstrassen aus. Durch Laubwälder geht es dort hin. Es gibt erste Berührung mit wilden Affen. Gut 30 km geht es nur bergauf, auf etwa 1600m. Um Munar gibt es einige reizvolle Naturschutzgebiete die ich mit dem Fahrrad ohne Gepäck erkunde.

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Hauptsächlich wird hier Tee angebaut. Einmalig so wie der Weinanbau an der Mosel. Einige Tage verbringe ich hier bevor es dann durch eine herrliche Landschaft mit einem dauernden Rauf und Runter durch die Berge geht. In diesem Teil gibt es wilde Elefanten und abends werden einige Strassen gesperrt damit Mensch und Tier keinen schaden nimmt. Leider habe ich keine wilden Elefanten zu Gesicht bekommen. In diesem Gebiet wird Kardamom angebaut und es gibt viele Bäume wo Rubber(Gummi) gewonnen wird. Nach den Bergen gibt es eine atemberaubende Abfahrt von mehr als 30 km ins Tal.

Seit mehr als einer Woche habe ich ein Problem mit meinem Hinterrad. Eine Speiche nach der Andern bricht. Das macht so keinen Spass mehr.

Ich verlasse Kerala und bin nun in Tamil Nadu unterwegs. Hier gibt es mehr Armut. Die Häuser sind ärmlicher die Strassen werden schlechter und die Armut ist spürbar. Die Menschen leben in kleinen Hütten die aus  Palmzweigen gebaut wurden, oft nicht größer als ein Zimmer. Oft begegnen mir morgens Frauen die Wasser in Krügen für den Tag holen.

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In Indien esse ich wieder mehr vegetarisch. Besonders mag ich die frisch gepressten Fruchtsäfte (Mango,Ananas, Fruitmix usw.)die es überall gibt. Über Madurai zur Ostküste hin bevorzuge ich wieder die kleinen Nebenstrassen. Die Landschaft ist beeindruckend. Hier wird hauptsächlich Landwirtschaft bedrieben. Kokospalmplantagen, Reis-, Gemüseanbau und an der Küste Fischerei. Mandurai und viele andere Städte mit ihren großen Tempeln schaue ich mir an. Besuche einige Tempelfeste. Es gibt viele Religionen in diesem Land  Hindus, Moslems und Christen.

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In den Städten ist es sehr chaotisch und laut. Es gibt keine Bürgersteige, alles tummelt sich in Massen auf der Strasse  kreuz und quer mit viel Gehupe. Vorrang hat der Stärkere. Nach einigen Tagen erreiche ich eines meiner Traumziele Auroville eine große Gemeinschaft in Indien. Hier miete ich mir eine Hütte und werde etwas länger bleiben.

 

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