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30. März 2016 - Iran

An zwei Tagen fegt ein Sandsturm über Qeshm der das Radeln fast unmöglich macht. Ich binde mir ein Tuch um Nase und Mund und nehme die Herausforderung gegen den Wind an. Am Wochenende bin ich mit Hami und seinen Freunden aus Geräsh am Strand zum Grillen verabredet.
Neben Qeshm gibt es noch die Insel Hormoz die nur mit einem Boot zu erreichen ist. Sie ist autofrei. Die Touristen werden mit Tuktuks auf ihr befördert. Hormoz ist ganz anders als Qeshm.

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Eine Mondlandschaft mit ausgetrockneten Salzflüssen die oft in einer Salzhöhle enden. Ich durchstreife die Insel mit dem Fahrrad.

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Eine himmlische Ruhe mit wunderbaren Zeltplätzen verleitet mich 7 Tage hier zu verweilen.
Zurück in Bandar Abbas buche ich für den gleichen Tag die Nachtfähre nach Dubai. Da ich die Tage auf Hormoz in der Wildnis verbrachte suche ich nach einer Möglichkeit zu duschen bevor es auf die Fähre geht. Beim Fragen nach einem öffentlichen Bad/Dusche werden Patrick und ich von Mohamed in das Schwimmbad eines der teuersten Hotels in  Bandar Abbas eingeladen. Er ist Bademeister dort. Wir haben das ganze Schwimmbad für uns da keine Gäste da sind.


19. Dezember 2015 - Iran

Die Grenze zum Iran wird zu Fuß überquert und im Iran steige ich dann wieder in den Bus. Nicht gerade ausgeruht komme ich am Morgen in Teheran an. Auf der Suche nach einem Restaurant lernen wir Saman einen Studenten kennen der mit uns ein Lokal besucht. Während des Essens erhalten wir von ihm die Einladung bei ihm zu übernachten.

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Seine Wohnung liegt am anderen Ende der Stadt = 20 km. Wir machen Stadtionen aus an den wir uns immer treffen. So lernen wir zugleich Teheran ein wenig kennen. Machen öfter mal einen längeren Stop. Der Verkehr in Teheran ist noch Chaotischer als in Istanbul. Die Autos fahren so nahe an mir vorbei, das sie mir fast die Schnürsenkel abfahren.

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Am nächsten Tag treffen wir uns mit Samans Freunden und ich rauche die erste Shisha in meinem Leben in einem Café. Sie zeigen uns die Stadt.

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Der Smog hängt über Teheran und ich bin froh am anderen Tag die Stadt zu verlassen.
Auf dem Weg nach Qom bekommt Patrick Magenprobleme. Sadegh den wir kurz zuvor bei einem Stopp kennen gelernt haben hilft uns und bringt Patrick in eine Klinik.

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Einige Tage sind wir in der Familie eingeladen. Es gibt ein tolles Abendessen an dem nach der Kultur dieses Landes nur die Männer aktiv teilnehmen. Am nächsten Tag sind wir bei Sadeghs Schwester zum Essen eingeladen.

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Ich möchte der Kultur dieses Landes gerecht werden und stelle meine Denkweise um, wobei mir Sadegh viele meiner Fragen beantwortet und mir vieles aus seiner Sicht erklärt. Für mich ist Respektieren nicht gleich Akzeptieren. Durch das Leben in der Familie lerne ich viel über die Lebensweise in diesem Land und sehe eine glückliche Familie mit zwei Kindern. Ich hatte eine ganz falsche Vorstellung vom Leben in dieser Kultur. Als Patrick sich etwas besser fühlt starten wir. Eine Sand-, Geröllwüste erwartet uns.

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Trist und eintönig und eine vielbefahrene Fernstraße. Ich schlucke viel Dieselstaub von den alten Lastwagen, die in Mengen unterwegs sind. Es macht keinen Spaß und drückt meine Stimmung und Lust.

Da es Patrick noch nicht so gut geht suchen wir in Qom ein Appartement mit Küche damit wir selbst kochen können um die Probleme in den Griff zu bekommen.
Qom ist das religiöse Zentrum des Islams, so wie der Vatikan/Rom für die Christen. 18 Millionen Pilger besuchen jedes Jahr den heiligen Schrein der Dame Fatima al – Ma´suma. Sie war die Tochter des achten Imans.

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In dem Komplex gibt es die große Moschee, den Schrein mit einer mit echtem Gold überzogenen Kuppel, einer Bücherei, Gebetssäle, Empfangsräume, Schulungsräume und Büros.

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Ich hatte die Gelegenheit zu einem längeren Gespräch mit einem Mullah über die Religionen, das Göttliche (nicht Gott), die Politik, die Kulturen der Völker und Frieden für die Welt. In diesem Gespräch gab es viele übereinstimmende Meinungen. Das Gespräch vermittelte mir einen tieferen Einblick in das Denken und Handeln dieser Kultur und beschäftigte mich noch Tage.
Die Landschaft im Iran ist eintönig, schroffe Berge und Steinwüste wechseln sich ab. In den größeren Städten gibt es Parks und etwas Grün. Ich nehme an es kommt darauf an ob Wasser vorhanden ist. In den Dörfern auf dem Land finde ich selten was Grünes. Je weiter ich gegen Süden komme ändert sich das. Es kommen Oasen  oder Täler mit Landwirtschaft, Obst- , Gemüseanbau, und Palm-Plantagen. Es wird auch wärmer. Für die Leute hier ist Winter für mich ist es wie im Sommer bei uns. Ich erhalte öfter private Einladungen zum übernachten. Vielfach sind die Räume für mich überheizt und ich würden gerne ein Fenster auf machen was die Iraner nicht verstehen können. Sie wollen immer nur das beste für mich und ich bekommen den besten Platz in der Nähe der Heizung / Ofen.
Ich werde oft gefragt ob ich was brauche, bekomme mal Obst, den ganzen Einkauf oder Sonnencreme geschenkt. Eine Widerrede wird nicht angenommen. Die Menschen sind sehr hilfsbereit, sind bemüht alles was mir gut tut für mich zu tun. Es gehört zu ihrer Kultur einen Gast zu haben und es ist für sie ein göttliches Geschenk wenn der Gast die Einladung annimmt. In Shiraz bleibe ich länger.

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Schaue mir die Sehenswürdigkeiten an und besuche Persepolis die alte persische Hauptstadt gegründet 520 v.Ch. von den Achämeiden.

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Ich durchfahre eine Hochebene auf 2000m in der Landwirtschaft betrieben wird. Auf den Feldern ist das erste Grün der Aussaat sichtbar.Oft begegnen mir Ziegenherden oder Kühe.

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An der Straße gibt es Verkaufsstände mit Gemüse und Obst. Weit kann ich blicken und sehe die Silhouette der Berge die ich heute erreichen werde. Ein tolles Panorama. Ich durchquere einen Canyon. Wo Wasser ist gibt es Bäume die meinem Auge gut tun.

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Wasserstellen sind mit einer steinernen Kuppel vor den Sonne geschützt und im Inneren mit Webarbeiten geschmückt.In diesem Land war Wasser immer ein kostbares Gut.
Oft werde ich auf der Straße eingeladen = come to my home.

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In Qir erhalte ich von Ali, dem Besitzer einer Konfekterie, eine herzliche Einladung in seinem Home zu übernachten. Sprachlich vermittelt wurde es von Mokhtar einem englisch Lehrer. Die Frauen bereiteten ein opulentes Abendessen. In der Zwischenzeit wurde  ich mit ausgefallenen und traditionellen Süßigkeiten zum Tee versorgt. Mit einem guten Frühstück im Bauch verabschiede ich mich und werde noch in die Stadt begleitet. Halte ich irgendwo an stehen sofort viele um mich herum, wollen ein Foto mit mir machen. Würde ich alle Einladungen annehmen käme ich nicht weiter.
Oft hupen die Autofahrer, fotografieren aus den Autos und wollen wissen wo ich herkomme.
Als ich in einem Dorf frage wo ich mein Zelt aufstellen kann bekomme ich mal wieder eine Einladung nach hause. Ich kann Shoja klar machen das ich die Nacht lieber in der Natur verbringen möchte und bekomme eine Lehmhütte bei einer Palm-Plantage angeboten. Die nehme ich an. Später kommt Shoja mit Bruder und Freund vorbei und will was für Patrick und mich grillen. Er kann verstehen das wir unsere Ruhe haben wollen und müde sind. Morgens kommt er uns abholen und wir können in seinem Haus duschen und bekommen ein tolles Frühstück.
Wenn ich wild zelte warnen mich die Leute vor den weißen Tieren. Ich glaube sie meinen Schakale und es soll auch Wölfe geben. Manchmal höre ich ihre Geräusche in der Dunkelheit.

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Es gibt Tage da nervt es mich wenn ich so oft gestoppt werde. Es ist nicht zwei, drei mal nein 10-15 mal am Tag. Jetzt kann ich die Promis besser verstehen die überall erkannt werden.

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In einem Ort werde ich bei einem Besuch eines Museums von der Presse fotografiert und in einem anderen Ort von der Presse interviewt. Als dies dann im Internet veröffentlicht wird erkennt man mich und spricht mich auf der Straße an.

Einmal übernachten wir auf der Feuerwehr was Hasan in Gerash für uns organisiert hat.

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Als wir in einem Restaurant unser Essen bezahlen wollen lädt uns der Besitzer ein. Am anderen Tag passiert uns dort das gleiche und der Besitzer sagt ihr seit 10 Tage meine Gäste. Ich habe vor einiger Zeit in China auch für 10 Tage die Gastfreundschaft einer Familie bekommen und möchte sie nun euch geben.

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Ich kann es noch schlecht annehmen, denke ich nütze die Menschen aus, es ist mir peinlich. Dann spüre ich es kommt von Herzen und nehme es an.
Hasan zeigt uns seine Stadt .

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Gerash hat den größten Wasserspeicher des mittleren Ostens. Einen Durchmesser von 28m, eine Tiefe von 15m und ist 300 Jahre alt.Wir besuchen ein altes traditionelles Haus das als Museum eingerichtet wird, danach eine große Veranstaltungshalle die Freitags zum Gebet genutzt wird. Nach dem Essen ist er der Meinung wir könnten nicht zu Fuß zur Feuerwehr zurück gehen was höchstens 1km entfernt ist. Als ich aus dem Restaurant komme staune ich nicht schlecht.

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Ein Feuerwehr-Einsatzwagen steht da um uns ab zu holen. Das ist Iran.
Abends kommt Hasans Freund Abdulla uns mit einem Freund und Auto abholen und zeigt uns Lar.

Heiner Zimmer - Bikeroadcruiser.comIm Lebensmittelladen in Gerash bekommen wir unseren Einkauf geschenkt.

Mein Visum für den Iran läuft in 10 Tagen ab und ich möchte noch 10 Tage verlängern. Im Internet erfahre ich das es nur in den Provinzhauptstädten möglich ist. Zum Glück ist Bandar Abbas eine dieser Städte wo ich sowieso hin möchte, um dann mit einem Fähre nach Oman zu kommen. Ich wollte zwar nur 10 Tage um noch die Insel Qeshm und Hormoz zu besuchen, bekam jedoch anstandslos 30 Tage.


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Am späten Nachmittag treffe ich in Bandar Abbas noch Chris einen Radler aus Mainz. Er hat meinen Eintrag im Besucherbuch des Museums gefunden und hat gehofft mich und Patrick zu treffen, da die Leute erzählt haben das wir nach Bandar Abbas wollten. Er hat am Abend die Fähre nach Dubai genommen.
Den nächsten Tag geht es auf die Insel Qeshm.

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Hier soll Annelie und ihr Mann Ali ein Restaurant betreiben. Ich frage in Qeshm nach und finde sie jedoch nicht. An einem Park mache ich halt und suche nach einem geeigneten Zeltplatz. Ein uns bekannter Iraner aus Gerash ruft an und wir fragen ihn ob er was weiß. Kurz danach ruft er zurück und sagt uns das, das Restaurant genau am Ende dieses Parks ist.

Es ist das Shabhaye Talai am Park Zeyton.

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Ein Außenrestaurant direkt am Meer, gemütlich mit guter Küche.

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Ich umrunde die Insel und besuche die Geo Valleys, die Werften in denen Holzboote gebaut werden, die Mangrovenwälder und die Stadt Laft. Auf der Insel mache ich ein paar Tage Pause vom Radfahren in einem Homestay in Tabl wo einige Zimmern angeboten werden. Hier treffe ich die Weltreiseradler Bärbel und Johann und ein Paar aus Rostock die mit Rucksack unterwegs sind.


 

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